punkt.ch, 02.07.2008
Sarah Kuttner
Ab kommendem Sonntag ist die 29-jährige Berlinerin wieder am Fernsehen zu sehen: Auf ARD moderiert sie vorerst dreimal die neue Sendung «Kuttners Kleinanzeigen».
Redegewandt Bekannt wurde Sarah Kuttner dank ihrer frechen Berliner Schnauze: 2001 nahm sie an einem Casting teil und ergatterte sich den Job beim Musiksender Viva – drei Jahre später gab man der kleinen Lady mit der grossen Klappe ihre erste eigene Sendung. 2005 wechselte sie zu MTV, ein Jahr später stellten die Chefs ihre Show «Kuttner» wegen sinkender Quote ein. «Das Aus war emotional sehr schwierig», sagt sie noch heute, «es tat genau so weh wie Liebeskummer.»
Wortschöpferisch Doch Kuttner liess sich nicht unterkriegen. Sie schrieb weiterhin ihre Kolumnen für die Süddeutsche Zeitung – und veröffentlichte diese schliesslich gesammelt in zwei Büchern mit den herrlich schrägen Titeln «Das oblatendünne Eis des halben Zweidrittelwissens » und «Die anstrengende Daueranwesenheit der Gegenwart». Mit ihren Werken ging die Autorin dann auch auf grosse Tournee. Allerdings hatte sie an den Lesungen meist gar keine Lust, etwas vorzutragen, sondern bewies stattdessen ihr Talent für Stand-up-Comedy.
Neugierig Das «Kolumnenverzapfen » hat Kuttner mittlerweile wieder aufgegeben. Dafür kehrt sie am Sonntag auf den Bildschirm zurück: Die Berlinerin wird auf ARD vorerst drei Ausgaben von «Kuttners Kleinanzeigen» präsentieren. In der Show besucht sie Leute, die eine merkwürdige Anzeige aufgegeben haben. «Meine liebste Annonce stammt von einer Frau, die jemanden suchte, der ihr aus den Haaren ihres Hundes einen Pullover strickt», sagt Kuttner.
Selbstkritisch Die neue Sendung flimmert erst kurz vor Mitternacht über den Bildschirm. Genau zur richtigen Zeit, findet Kuttner: «Ich bin kein Quotenbringer, kein Primetime-Mädchen. Wenn ich Programmchef wäre, würde ich mich auch auf halb Zwölf setzen.»
Altmodisch Quote hin oder her, verdient hat Kuttner stets sehr gut beim TV – und ihr ganzes Vermögen aufs Sparkonto gelegt. Sie sei wie eine Omi, sie wolle ihr Geld sehen und nichts riskieren. «Ich würde höchstens mal ein paar Aktien kaufen, um sie zu beobachten – so wie ein Geld-Haustier.» Jeanette Kuster
|