Ostseezeitung, 09.10.2006
Verliebt in MV
Sarah Kuttner über Herpes, Herbstdepressionen und ihren Ex
aus Rostock
OZ: Hast du die Fragen die dir die SZ wöchentlich
stellt, wirklich alle selbst beantwortet?
Sarah: Nee � dafür habe ich drei Leute, die teile ich dann
je nach Themenbereich ein: Einer ist zuständig für Herpes-Fragen,
einer für Schlaues und einer für Jugendkredibilität.
OZ: Gibt�s Tabuthemen?
Sarah: Es gibt einige Sachen, da bin ich echt leidenschafts-
und meinungslos. Da muss ich erst mal googeln. Manchmal schreibe
ich das dann in der Kolumne oder ich lasse die Frage einfach weg.
Deshalb stellt die SZ immer ein paar Fragen mehr als am Ende
gedruckt werden.
OZ: Wie hast du das Aus deiner Show verkraftet?
Sarah: �Verkraftet� � das klingt, als hätte ich einen
Psychiater gebraucht. Ich glaube, ich war trauriger, als das Ende näher
kam und die Show noch lief. Jetzt bin ich viel zu ausgelastet, um mich
zu ärgern. Außerdem: Ärgern bringt nichts. Und ich muss es wissen.
OZ: Ausgelastet womit?
Sarah: Mit der Lesetour, dann habe ich gerade den
Animationsfilm �Die Rotkäppchen-Verschwörung� synchronisiert, wälze
jede Menge Anfragen und Drehbücher durch. Und wir wollen eine
Pilotsendung drehen und gucken, ob sie dem Sender gefällt.
OZ: Welchem Sender und wie sieht das Konzept aus?
Sarah: Ich verrate nichts, bevor das nicht sicher ist...
OZ: Themenwechsel: Wie stehst du zu einer
gepflegten Herbstdepression?
Sarah: Dafür habe ich keine Zeit � außerdem geht es mir
zu gut dafür. Ich bin ja großer Herbst-Fan. Eher denkbar wäre da `ne
schöne Weihnachts- oder Winterdepression.
OZ: Bist du ein Weihnachtshasser?
Sarah: Nee, aber ich versuche seit Jahren, so hysterische
Weihnachtsgefühle wie während meiner Kindheit entstehen zu lassen.
Das funktioniert aber einfach nicht und das ist manchmal etwas
frustrierend.
OZ: Wie feierst du Weihnachten?
Sarah: Normalerweise wird mit großen Teilen der Familie
bei Oma gefeiert. Diesmal feiern wir bei mir. Ich werde dekorieren,
was das Zeug hält, und komme so vielleicht diesem Kindheitsgefühl
näher...
OZ: Was verbindest du mit MV?
Sarah: Viele angenehme Kindheitserinnerungen. Früher war
ich jeden Herbst auf dem Darß � das wohl schönste Stück
Ostseeküste, da mache ich bis heute gerne Urlaub.
OZ: Du liest am 12. Oktober in Rostock � kennst du
die Stadt?
Sarah: Nein, nicht besonders. Ich hatte mal einen Freund
aus Rostock � das war eher weniger gut, ist aber schon lange her...
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OZ: Warum sollte man zu deiner Lesung kommen?
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Sarah: Muss man nicht!
OZ: Aber wenn nun doch: Was ist zu erwarten?
Sarah: Nun, in erster Linie lese ich. Allein und mit dem
Publikum. Es gibt auch Einspieler, und man kann mir wie in meinem
Buch Fragen stellen, die ich live beantworte.
OZ: Und zum Schluss: Was wird besser?
Sarah: Das Verhältnis zwischen mir und meiner neuen
elektrischen Zahnbürste, wir werden langsam Freunde!
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