Berliner Morgenpost, 23.04.2006
Der Gören-Faktor
Sarah Kuttner und Nora Tschirner über Schlagfertigkeit, Freundschaftsdarwinismus und die Lust an der Provokation
Frau Kuttner, Frau Tschirner, im Fernsehen ist die klassische Zicke unentbehrlich geworden. Manche finden sie glamourös, weil sie eigensinnig ist, andere hassen sie, weil sie launisch, überspannt und
unberechenbar ist. Sind Sie auch mal zickig?
Nora Tschirner:
Klar. Das ist dann meistens aber eher fehl am Platz. Allein der Ruf der Zicke macht aber oft auch einiges leichter und sorgt dafür, daß man in Ruhe gelassen wird. Schon praktisch.
Sarah Kuttner:
Manchmal, wenn alle um dich herum kacke sind, macht es Sinn, den Mund aufzumachen und sich gegebenenfalls zu wehren. Und dann wird einem häufig Zickigkeit unterstellt, obwohl man sich nur wehrt.
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